Zum zweiten Mal in Dublin

Irland

Reisezeit: Oktober 2023

2023 war ich zum zweiten Mal für ein paar Tage in Dublin. Mit einem Direktflug von Wien ging es am Donnerstag in der Früh los. Vom Flughafen gibt es gute Busverbindungen zu verschiedenen Halten im Stadtzentrum. Montag Abend flogen wir schon wieder zurück. Dazwischen lagen interessante und vor allem sonnige Tage in Dublin.

Am Anreisetag bezogen wir unsere Zimmer im Arlington Hotel (https://www.arlington.ie/), mitten in der Innenstadt gegenüber der Temple Bar gelegen, war es ein guter Ausgangspunkt für unsere Stadterkundungen.

Temple Bar

ist das bekannteste Ausgeh-Viertel von Dublin, benannt nach dem Grundbesitzer Sir Willliam Temple. Erst in den 1990er Jahren begann nach einer Renovierung der Aufstieg des zuvor heruntergekommen Viertels zum Hotspot für Restaurants, Pubs, Läden und Künstler. Dort reihen sich die Pubs und Restaurants aneinander, in den Straßen wuseln die Touristen und Einheimischen umher, es ist geschäftig, laut und bunt. Am Abend und in der Nacht werden viele der Bars von Lichterketten geschmückt und das nicht nur in der Adventzeit.

Pillar Bed & Breakfast
Trinity College
Jameson Destillery
Beshoff Restaurant
The Confession Box - Pub
Cork
English Market
Hotel Ambassador
Blarney Castle
Ring of Kerry
Bunratty Grove B&B
Rock of Cashel
Cahir Castle
Cliffs of Moher
Doolin
Burren Nationalpark
Murphy's Hotel

Mitten im Trubel findet sich seit 1988, vor einer geschlossenen Kirche an der Ecke Grafton Street/Suffolk Street die Statue von Molly Malone. Grafton Street ist DIE Einkaufsmeile in Dublin und bietet auch viele Plätze an denen Strassenmusiker auftreten. Bono von U2 hat ebenfalls hier zu spielen begonnen.
Mollys fiktive Geschichte wurde auch in einem irischen Volkslied verarbeitet, das als inoffizielle Hymne der Stadt Dublin gilt. Eine der bekanntesten Versionen davon stammt von den Dubliners. Der 13. Juni ist in Irland übrigens der Molly Malone Tag.

 

Ha’Penny Bridge

Ein anderes Wahrzeichen der Stadt, an dem man nicht vorbei kommt, ist die Ha’Penny Bridge, da sie direkt bei Temple Bar über den Fluss Liffey  führt. Sie wurde vom Fährmann William Walsh gebaut. Er verlangte früher für das Queren einen halben Penny, wodurch die Brücke zu ihrem Namen kam. Heuzutage wird sie gratis von über 30.000 Fußgängern am Tag genutzt. Fährmann Walsh hätte sich sicher über die Einnahmen gefreut.

Hop on, Hop off

Am zweiten Tag machten wir eine klassische Hop-on Hop-off Bustour.  Die Tour-Auswahl fällt leicht, da es nur eine Route gibt. Diese führt durch einen Teil der Innenstadt, am Fluss Liffey entlang, aber auch in den Phoenix Park. Dort befindet sich unter anderem der Dubliner Zoo.
Diese Bustour ist eines der wenigen Sachen, bei dem es deutsch-sprachige Audioguides gibt.

Trinity College

Das Trinity College ist die älteste Universität Irlands und wurde 1592 von Queen Elisabeth I. gegründet. Berühmte Absolventen sind unter anderem die Autoren Jonathan Swift, Oscar Wilde Bram Stroker und Samuel Beckett.
Einer der berühmtesten Schätze der Universität ist das Book of Kells, eine der ältesten und schönsten mittelalterlichen Handschriften Europas. Der Lange Raum der weltbekannten Bibliothek, der 200.000 der ältesten Bücher der Universität enthält, ist der größte Biblitheksraum der Welt.
Mit dem Eintrittsticket kann man nicht nur die Bibliothek besichtigen, sondern auch andere Teile des Campus, geführt über eine eigene Trinity App am Handy.
Übrigens war der Zugang zur Uni nicht immer so einfach: bis 1970 brauchten Katholiken die Erlaubnis der katholischen Kirche, damit sie das protestantische Trinity College besuchen dürften.

Whiskey Museum

Am Nachmittag besuchten wir das Whiskey Museum im Stadtzentrum. Die Führung wurde von einem Museumsmitarbeiter gemacht – allerdings nur auf englisch. Unser Guide war recht launig und hat uns mehr aus seinem Leben als über den Whiskey erzählt. Im letzten Raum gibt es noch eine nette audio-visuelle Spielerei, da Bilder zum Leben erwachen. Und am Schluss gibt es natürlich die obligatorische Verkostung.

Celtic Nights

Am Abend waren wir in einer irischen Folklore Show, den Celtic Nights, die täglich  im Keller des Arlington Hotels stattfinden. Es gibt ein mehrgängiges lokales Menü, das Essen wir von irischer Live-Musik und Steptanz Vorführungen begleitet. Ein netter Abend, um ins irische Feiern einzutauchen.

Little Museum

Das Museum wurde bei verschiedenen Anlässen als bestes Museum von Dublin gewertet und erzählt die Geschichte von Dublin von den Anfängen als Wikingerstadt bis zum Heute.
Dem berühmteste Musikexport der Stadt und des Landes – der Kultband U2 – ist ein eigener Raum gewidmet.
Es gibt persönliche Führungen durch teils recht eigenwillige, unterhaltsame Guides. Laut Reiseführer sind diese Touren genau 29min lang – ich hab vergessen auf die Uhr zu schauen, ob’s stimmt. Die Führung deckte viele Ereignisse der irischen Geschichte ab und wartete mit einigen skurrilen Fakten auf.
Das Little Museum ist kein gewöhnliches Museum, aber ein Besuch lohnt sich, wenn es die Zeit zulässt.

Zur Stärkung waren wir im naheliegenden Einkaufszentrum einen Happen essen. Ich war überrascht von der Architektur des Einkaufstempels.

Bootstour am Liffey

Für den Nachmittag hatten wir eine Bootstour am Liffey gebucht. Ich mag solche Touren gerne, da man die Stadt nochmals aus einer anderen Perspektive sieht. So sahen wir auch die Hafenumgebung – ein Hotspot für internationale IT Firmen (da sie Irland steuerlich begünstigt). Dort kann man aber auch einen Nachbau eines Segelschiffes, das die Iren während der großen Hungersnot nach Amerika gebracht hat, besichtigen. Nebenbei erfährt man wieder einiges über die Stadt, ihre Brücken und Persönlichkeiten. Unser Guide hat sich immer wieder auf U2 bezogen – wen denn sonst?

Dubliania Museum

Dieses kurzweilige, aber ausführliche Museum ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Auf 3 Stöcken präsentiert es die frühe Geschichte Dublins interaktiv und mit vielen Mitmachstationen. Begonnen wird mit der Zeit der Wikinger, danach durchwandert man einen mittelalterlichen Markt und Behausungen, kommt zu einem großen Modell der Stadt an dem die Stadtentwicklung per Audioguide anschaulich dargestellt wird.
Am Ende der Tour kann man noch 96 Stufen in den Turm hinaufsteigen und wird mit einem tollen Ausblick über die Stadt belohnt.

Christ Church Cathedral

Die Geschichte der Kathedrale begann vor über 1.000 Jahren, als König Seidenbart um 1030 hier die erste Kirche errichten ließ. Im 12. Und 13. Jahrhundert erweiterten die Anglo-Normannen die Kirche. 1870 wurde sie ausführlich restauriert. Was man heute sieht ist eine Mischung aus dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert.
Ein Highlight ist das Grab von Strongbow. Als Anführer der Anglo-Normannen nahm er 1170 Dublin ein, fortan herrschten 800 Jahre die Briten über Irland. Er wurde 1176 in der Christ Church Cathedral begraben. Doch sein Grab wurde 1562 zerstört, als das Dach der Kirche einstürzte. Da damals viele Geschäfte per Handschlag an seinem Grab abgeschlossen wurde, suchte man schnell nach einem Ersatz – das heutige „Strongbow-Grab“ stellt einen anonymen Ritter aus dem 14. Jahrhundert in voller Rüstung dar. (Ein Teil der Bodenplatten konnte nach dem Einsturz gerettet werden und fanden in der Kirche einen neuen Platz. Nur wenige Glaubenshäuser in Irland können noch mit Teilen des ursprünglichen Bodens punkten).
In der Kathedrale findet sich auch das Herz, das Laurence O’Toole zugeordnet wird, dem Schutzheilligen von Dublin. Und gleich noch ein Kuriosum: im Glockenturm befinden sich sage und schreibe 19 Glocken in einem einzigen Turm – das ist Weltrekord.
Die Krypta von Christ Chruch ist eine der größten in ganz Irland und die älteste noch genutzte Struktur in Dublin. Hier ist ein Teil des Museums untergebracht, unter anderem ist eine Kopie der Magna Charta – dem englischen Grundgesetz – zu sehen. Übrigens zwischen 1600 und 1800 befanden sich ein geschäftiger Markt und drei Kneipen in der Krypta.

Tom und Jerry in der Kirche

 

 

 

 

Das Skurrilste in der Christ Church Cathedral war für mich sicher Tom und Jerry.
Als man die Orgel restaurierte, stellte man fest, dass zu früheren Zeiten eine Ratte in der Orgel Schutz vor einer Katze gesucht hat. Die Katze folgte ihr – und beide blieben in einer der 2.224 Pfeifen der Orgel stecken. Im Zuge der Arbeiten kamen die beiden mumifiziert wieder zum Vorschein – und erhielten prompt einen Platz im Dommuseum. Und von der Bevölkerung den Namen „Tom & Jerry“. Ich hätte das Duo ja jünger geschätzt. 😊

St. Patrick‘s Cathedral

Der Sage nach benutzte der Heilige Patrick einen nahen Brunnen, um Überläufer zum Christentum zu taufen. Es dauerte nicht lange bis dort eine kleine Kirche errichtet wurde, aus der sich im Laufe der Jahrhunderte die St. Patricks Cathedral entwickelte. Der heutige Bau geht auf das Jahr 1220 zurück und ist die längste mittelalterliche Kirche in Irland. Im 16. Und 17. Jahrhundert kam es zu mehreren Religionsreformen in Europa, in der Zeit änderte sich die Konfession der Kathedrale mehrmals, bevor sie endgültig anglikanisch wurde (Sieg Wilhelm von Oranien bei der Schlacht am Boyne).
Einer der bekanntesten Dekane der Kathedrale diente von 1713 – 1745: Jonathan Swift, der Autor von u.a. Gullivers Reisen. Von ihm sind die Totenmaske und einige persönliche Gegenstände ausgestellt.
Die Kirche zeigt auch, dass es in Irland einen lockeren Zugang zur Verwendung von Kirchen gibt, denn mitten in der Kathedale befindet sich ein Mitmachbereich, beim dem Symbole abgepaust werden können, eine Musikhörstation steht und ein Gedenkbaum zur Verfügung steht.

Jameson Destillery

In der Jameson Destillery war ich schon bei meinem ersten Dublin Besuch 2015. Die 1780 von John Jameson gegründete frühere Produktionsstätte mitten in der Stadt ist seit längerem ein Museum, die heutige Produktion wurde nach Midleton verlegt. Bei meinem ersten Besuch war es in mehrere Räume aufgeteilt, dass die verschiedenen Produktionsstufen durch Dekor und Ausstattung aus früheren Zeiten zeigten.
Mittlerweile wurde die Ausstellung umgebaut und ist viel multimedialer, gleich geblieben ist natürlich, dass es am Ende eine Verkostung gibt. Jamesons Markenzeichen ist das dreimalige Destillieren – statt nur zwei Durchgänge – das den Whiskey weicher macht.
Die Führung gibt es nur auf englisch, durch die Aufbereitung kann man ihr aber auch mit wenig Englischkenntnissen folgen.

The Church – Cafe und Bar

In dieser früheren Kirche befindet sich mittlerweile ein Cafe und eine Bar, wobei man das Interieur der Kirche zu erhalten versucht hat.
Sie Kirche St. Mary aus dem früheren 18. Jahrhundert wurde in der Gemeinde von St. Mary – 1697 als zweite Gemeinde auf der Nordseite des Flusses Liffey gegründet – gebaut. 1702 war der Bau beendet, wahrscheinlich von Thomas Burgh – dem Architekten des Trinity College.
1761 heiratete der Guinness Gründer hier, sein Sohn tat es ihm einige Zeit später gleich. In St. Marys wurden über 25.000 Taufen, 5.500 Vermählungen und fast 18.000 Beisetzungen durchgeführt.

 

1986 wurde St. Mary geschlossen, danach 20 Jahre unterschiedlich genutzt bis 2005 generalsaniert. Bis zur Renovierung als Cafe/Bar hatte „The Chruch“ die ältest unveränderte, kirchliche Innenausstattung in Dublin, wovon vieles aufbewahrt wurde. Die Empore, um die Innenausstattung der Kirche, war eine der ersten ihrer Art in Dublin. Eindrucksvoll ist auch die noch erhaltene Orgel, die auf der Galerie ganz aus der Nähe betrachtet werden kann.

2007 wurde sie vom jetzigen Besitzer erworben und in „The Church“ umbenannt.
Holzdielen des Übergangs zum Turm stammen aus dem Adelphi Theater, einige der dort auftreten Künstler wurden in den Holzbrettern verewigt, wie die Beatles oder die Rolling Stones.
Die 6 Krypten im Keller wurden ebenfalls umgebaut und beherbergen jetzt eine Bar.
Fun Fact: Die Kühl- und Lagerräume liegen im roten Ziegelgebäude auf der anderen Strassenseite, frisch gezapftes Bier läuft daher unter der Straße durch.

Deutsche Führungen

Führungen auf anderen Sprachen als englisch sind Mangelware. Bei der Bustour gibt es einen mehrsprachingen Audioguide und in einigen Museen und Kirchen deutsche Infobroschüren. Die Führungen in der Jameson Brennerei und das Dubliania sind so aufgebaut, dass man auch ohne Englischkenntnisse folgen kann. 

Rugby

Ich schreibe selten über Sport, aber bei diesem Blog muss ich eine Ausnahme machen. Während unseres Aufenthalts war gerade Rugby WM und Rugby ist in Irland sehr populär. Daher kamen wir bei den Abendessen in den Pubs den Spielen auch nicht aus, denn in jeder Bar hängen mehrere Fernseher. Ich muss sagen, ich mag Rugby. Es tut sich ständig was am Spielfeld und die grundlegenden Regeln hat man bald begriffen. Ich komme nur selten mit einer neuen Sportart vom Urlaub heim, aber Rugby werde zukünftig sicher immer wieder mal schauen.
Dass die Stimmung in den Pubs großartig war, muss nicht extra erwähnt werden.

Gottesdienste

Dublins und Irlands Kirchen sind sehenswert.. Vor einer Besichtigung sollte man sich über die Zeiten der Gottesdienste informieren. Es kann sein, dass während diesen keine touristischen Besuche in der Kirche erlaubt sind.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Berichte aus der Region

Fotos aus der Region